Qualitätsentwicklung

Wege zur Qualität = ein staatlich anerkanntes QM-Verfahren

Seit 2004 haben sich immer mehr Waldorf-Schulen in Österreich dazu entschlossen, mit dem Verfahren „Wege zur Qualität“ (WzQ) im Bereich Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung zu arbeiten.

Das Verfahren „Wege zur Qualität“ führt zu einer regelmäßigen Beobachtung und Bearbeitung der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit einer Institution. Das Verfahren schreibt an sich keine bestimmten Organisationsformen oder Vorgehensweisen vor, sondern stellt Gesichtspunkte und Kriterien zur Verfügung, aufgrund derer der Bedarf an Gestaltung innerhalb der eigenen Institution erkennbar und das Festlegen entsprechender Prioritäten möglich wird (© Wege zur Qualität).

WzQ entstand auf anthroposophischen Grundlagen und wurde ursprünglich für Einrichtungen im Bereich pädagogischer, heilpädagogischer, sozialtherapeutischer oder medizinisch-therapeutischer Berufe entwickelt. Das Verfahren wird zurzeit in über 300 Institutionen angewandt.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: Stiftung "Wege zur Qualität"

Die Zertifizierung nach dem Qualitätsmanagementverfahren „Wege zur Qualität“ wurde vom BM für Wissenschaft im Jahr 2005 als Qualitätssicherungsverfahren für Schulen anerkannt.

Der Waldorfbund Österreich ist kooperatives Mitglied der Stiftung „Wege zur Qualität“!

Momentan wird dieses Verfahren in folgenden Schulen angewandt:

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer (Zertifikat seit 2010)
Rudolf Steiner Landschule Schönau (Zertifikat seit 2014)

Die Waldorfschulen in Klagenfurt und Innsbruck beschäftigen sich intensiv mit WzQ und streben eine Zertifizierung an. Auch in weiteren Schulen ist die Anwendung dieses Verfahren in Vorbereitung.

Das Verfahren gibt folgenden Auditrhythmus vor:
Hauptaudit (mit Zertifikat) – zwei Zwischenaudits – Erneuerungsaudit (mit Zertifikatsverlängerung) – zwei Zwischenaudits – usw.

Bei einem Hauptaudit werden alle an der Schulgemeinschaft beteiligten Gruppen und Gremien einbezogen. In Wien-Mauer waren das 2016 beispielsweise:
Impulsgruppe WzQ / SLKK und Vorstand / Küche / Hort / Verwaltung / Pädagoginnen und / Zusammenarbeit Eltern – Lehrer (Klassenlehrer/Tutoren) / Kindergarten / Elternbeitragsgruppe / Elternrat / Förderkreis / PR- und Veranstaltungen / MoMent / Konfliktbearbeitungskreis / Schülerinnen und Schüler der Oberstufe / Aufnahmekreis (aus Auditbericht 2016)

Exemplarisches Fazit eines Audits:
Das Audit machte erneut erfahrbar, dass und wie sich die Schule in einem intensiven Verwandlungsprozess befindet, was ja auch beabsichtigt war und ist. Eine große Hilfe für die Schulgemeinschaft stellten dabei bisher die Seminare und Workshops mit externer Beratung und Moderation dar, in denen Problemfelder bewusstgemacht, Lösungen gemeinsam erarbeitet und die für eine nachhaltige Implementierung notwendigen methodischen Instrumente anfänglich eingeübt wurden. Die Schule steht deutlich vor einem neuen und entscheidenden Schritt: Das Gedeihen des weiteren Qualitätsentwicklungsprozesses auf allen Ebenen wird trotz immer noch und immer wieder möglicher „Inputs“ zum großen Teil davon abhängen, inwieweit die zunehmende Übernahme der Eigenverantwortung dafür gewollt und institutionell konkret umgesetzt wird.

Auditablauf und standardisierte Vorgänge rund um die Audits:

  • Bearbeitung von Selbstverpflichtungen und Empfehlungen zwischen den Auditterminen
  • Vorgespräch zu Audit:
  • Vereinbarung der Auditthemen und der zu auditierenden Gremien/Gruppen
  • Erstellung des Auditterminplans
  • Erstellung von verschiedenen Auditunterlagen und Adaptierung des Organisations-Handbuchs
  • Audit: Auditsequenzen mit den vereinbarten Gremien/Gruppen
  • Sachkorrekturen zum Auditbericht
  • Erhalt Auditbericht mit Selbstverpflichtungen und Empfehlungen, eventuell auch Auflagen

Die Audits werden durchgeführt von:
Confidentia – Gesellschaft zur Förderung Institutioneller Eigenverantwortung (Zur Website der Gesellschaft)

Ein persönliches Resümee des Verfassers:

Seit 2001 bin ich in wechselnden Funktionen am Schulgeschehen beteiligt. Die Beschäftigung mit und die Anwendung von "WzQ" (seit 2004) war und ist für mich sowohl im Schulgeschehen als auch in mir persönlich sehr spürbar.

WzQ brachte und bringt Transparenz und Kommunikation in unsere Gemeinschaft. Es gibt Halt und Struktur, wo früher viele Fragen standen. Es macht Abläufe und Prozesse einerseits sichtbar und andererseits einfacher, weil erarbeitete Leitfäden, gemeinsam gestaltete Verträge, bewusst gemachte Mandats- und Gremienbeschreibungen, etc. unser Bewusstsein und unsere Aufmerksamkeit sehr stark auf unser gemeinsames Anliegen, «die Ermöglichung von Schule», gelenkt haben und lenken!

Natürlich haben die vor beschriebenen Abläufe und Prozesse und die Ausarbeitung der vielfältigen Unterlagen viel Zeit beansprucht. Der wertschätzende Umgang der beteiligten Personen miteinander, die immer gefundenen, gemeinsamen Lösungen und die oben angeführten Verbesserungen, rechtfertigen diesen Zeitaufwand aus meiner Sicht vielfach!

Text: Gerhard Rumetshofer (Mitarbeiter im Vorstand des Rudolf Steiner-Schulvereins Wien-Mauer)

Wege zur Qualität